Brückenkopf Mainz-Kastel

An der Theodor-Heuss-Brücke führt aus Sicht der CityBahn-Planer kein Weg vorbei. Auch wenn ich von dieser Sicht nicht überzeugt bin frage ich mich, ob nicht eine gänzlich neue Anlage der Haltestellen den Hochkreisel für den MIV leistungsfähiger und für den ÖPNV attraktiver machen kann. Mit dem geplanten umfangreichen Einbau von Lichtsignalanlagen – welche die Abneigung vieler Bürger gegen die CityBahn nur verstärken – wird er aus meiner Sicht diese Ziele nicht erreichen.

Hintergrund: Das bestehende Busterminal ist für die meisten Fahrgäste nur durch Querung der zweispurigen Brückenauf-/abfahrt erreichbar. Dies ist ein Sicherheitsrisiko und verstärkt den Rückstau auf der Theodor-Heuss-Brücke im Berufsverkehr. Spätestens mit Einführung der CityBahn wird die Bushaltestelle in der Straßenmitte aber auch für den ÖPNV  unattraktiv – in Richtung Mainz Hbf und Universität müssten sich Fahrgäste dann frühzeitig zwischen zwei Abfahrtsstellen entscheiden: Bus ODER CityBahn? Zudem wird der heutige Vorteil des Umsteigens „unter einem Dach“ (Relation Kostheim – Wiesbaden-Innenstadt) mit CityBahn entfallen, die Wege werden länger. Warum also am großen Busterminal in der Mitte einer 4-spurigen staugefährdeten Straße festhalten?

Vorschlag: Eine bessere Anbindung und Verknüpfung im ÖPNV und ein besserer Verkehrsfluss im MIV lassen sich erreichen, indem die Bushaltestellen an den Fahrbahnrand gelegt und damit viele Wege verkürzt und Fußgängerquerungen reduziert werden. Die heutige Haltestelle würde dann verkleinert werden, die Konstruktion samt Zeltdach könnte verschoben und weitestgehend weiterverwendet werden. Eine hier untergebrachte Fernbushaltestelle würde beispielsweise allen zwischen Mainz und A66 verkehrenden Fernbussen erlauben, auch Wiesbaden zu bedienen – ohne in die Innenstadt zu müssen.

Dies ist eine Anregung, keine Detailplanung, gerne gehe ich aber auf Fragen ein.

THB neue HST mit CityBahn

 

Der Vollständigkeit halber hier mein Wettbewerbsbeitrag zur Initiative „Raus aus dem Stau“ vom März 2017. Diesem Vorschlag wurde von der Jury leider keine Umsetzungschance bescheinigt – im Januar 2018 scheint die Lokalpolitik dies genau anders zu sehen, wie auch die oben genannte Planung umfangreicher Lichtsignalanlagen bestätigt.

Auf der Theodor-Heuss Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden kommt es praktisch jeden Morgen zu Stau in der West-Ost-Richtung (Mainz stadtauswärts). Hier scheint die Verkehrsführung im Kreisel am Brückenkopf verbesserungswürdig. Offenbar wird die stark nachgefragte Verbindung von Mainz Richtung A66 (Ludwigsrampe) von der schwach nachgefragten Verbindung Amöneburg in Richtung Kostheim „dominiert“ (siehe Bild unten). Letzter Verkehr ist bereits im Kreisverkehr und damit vorfahrtberechtigt. Dies führt in Verbindung mit dem Fußgängerüberweg bei jedem von der Brücke kommenden Auto zu Abbrems- und Anfahrtmanövern – selbst um sich nur zu vergewissern, dass von links (auf der o.g. schwach nachgefragten Verbindung) kein Fahrzeug kommt. Dadurch fließt der Verkehr langsamer und nicht gleichförmig, es entsteht in Kombination mit dem hohen Verkehrsaufkommen ein Stau. Zudem bleibt ein Straßenbereich des Kreisels heute praktisch völlig ungenutzt:

Brueckenkopf

Rückstau auf der Brücke, obwohl sich kein Verkehr im Kreisel befindet:

Bild Brückenkopf Mainz-Kastel.png

Ich schlage zwei Lösungsansätze vor, die auch miteinander kombiniert werden können:

  • Variante 1: Erhöhung der Einflusskapazität in den Kreisverkehr durch zweispuriges Ein- und Ausfließen des Verkehrs.
  • Variante 2: Ermöglichung der Einfahrt in den Kreisverkehr für von der Brücke kommende Fahrzeuge ohne Abbrems- und Anfahrtszeitverlust.

Zu Variante 1: Neben der höheren Einflusskapazität besteht der Vorteil dieser Variante darin, dass das Verkehrsaufkommen aus Mainz in Richtung Wiesbaden (Rampenstraße) und in Richtung A66 (Ludwigsrampe) schon zum Teil getrennt in den Kreisel geführt werden und auch getrennt aus dem Kreisel abfließen kann, statt einspurig vor dem Kreisel im Stau zu stehen. Ein zweispuriges Ausfließen aus dem Kreisverkehr durch Schaffung einer Einfädelspur in der Ausfahrt Ludwigsrampe (blau markierte Bereich) könnte die Kapazität ohne größere Baumaßnahmen zusätzlich erhöhen.

Zu Variante 2: Diese Variante bedarf einer Ampelanlange an der markierten Stelle. Diese stellt bei Signal „grün“ für von der Brücke kommende Fahrzeuge einen steten Verkehrsfluss her. Die Grünphase kann unter anderem durch einen von der Bushaltestelle Richtung Kostheim ausfahrenden Stadtbus unterbrochen werden oder falls ein eventueller Rückstau im Kreisel (auf o.g. schwach nachgefragter Verbindung Amöneburg-Kostheim) zu lang wird. In beiden Fällen wird gleichzeitig eine Straßenquerung für Fußgänger an der Bushaltestelle ermöglicht (jetzige Fußgängerüberweg):

Theodor-Heuss-Brücke Rückstau Vorschlag